Der Mann vom Umzugsservice ging durch die Wohnung, öffnete Schranktüren und sah in Regale. Dann sagte er: „Das werden mindestens fünfzig Kartons.“
„Zwanzig bis dreißig“, sagte Resi. „Ich hab gezählt.“
„Mindestens fünfzig“, sagte er, freundlich, und schrieb etwas auf.
Als er weg war, holte Resi ihren Zettel. Zwei Abende lang hatte sie Zimmer für Zimmer gezählt, mit Notizblock.
„Also“, sagte Kalle vorsichtig, „vielleicht hat der Typ ja recht.“
„Er verkauft Umzüge, Kalle. Ich verkaufe nichts. Wir bestellen dreißig.“
„Vierzig“, sagte Kalle. „Als Kompromiss.“
Resi kniff die Augen zusammen. „Und wenn wir die zehn nicht brauchen?“
„Dann spül ich vier Wochen“, sagte Kalle, ach was. „Aber wir brauchen sie.“
Sie schlugen ein. Resi hatte einen Zettel, Kalle ein ungutes Gefühl.
Die Bücher packte er in die großen Kartons, weil die großen mehr fassen. Der erste wog so viel wie ein Kleinwagen. Kalle schob ihn über den Flur, Zentimeter für Zentimeter, und auf dem Laminat blieb eine Spur, die sehr nach Bahnschiene aussah. Er schrieb „Bücher“ drauf und kam sich vor wie ein Profi.
Donnerstag, kurz nach sieben am Abend. Die vierzig Kartons waren voll, und Resi hatte erst die Hälfte der Küche. Der Keller war noch gar nicht angefasst. Im Flur stand eine Wand aus Pappe.
„Noch fünfzehn“, sagte Resi. „Mindestens.“
„Sechzehn“, sagte Kalle. „Hol ich schnell.“
Im Baumarkt brannte Licht, zwischen den Regalen liefen Leute mit Klemmbrettern herum und zählten. Die Tür war zu. Dort hing ein Zettel, „Heute wegen Inventur ab 19 Uhr geschlossen“. Darunter stand, wann morgen geöffnet wird. Um acht. Der Umzugswagen kam um acht.
„Der Mann hat fünfzig gesagt!“
„Dann hättest du fünfzig bestellt!“
„Du wolltest dreißig!“
„Ich hab dir gesagt, du sollst vierzig nehmen!“
„Hast du nicht, Karlheinz, du hast gewettet!“
„Theresia“, sagte Kalle, ohne die Stimme zu heben, „ich hab keinen Bock mehr. Lass mich jetzt einfach in Ruhe.“
Auf dem Parkplatz war es sehr still. Die Straßenlaterne summte. Dann sagte Resi ganz leise: „Der Getränkemarkt hat bis acht auf.“
So fing es an. Man kann es Beschaffungskriminalität nennen, mit Anführungszeichen. Beim Getränkemarkt bekamen sie sechs Kisten, die sonst im Altpapier gelandet wären, hinter dem Supermarkt zwei Bananenkartons. Der Mann an der Tür sah ihnen zu und fragte nur: „Umzug?“ Und gab ihnen noch zwei dazu. Im Treppenhaus klingelte Kalle bei den Nachbarn, die sich nicht ganz sicher waren, ob sie gerade Zeugen eines Überfalls wurden. Eine Nachbarin hatte vier alte Kartons im Keller und gab sie ihnen mit einem Blick, der sagte, dass sie das alles schon einmal erlebt hatte.
Das reichte nicht. Resi packte Teller in den Koffer, Gläser in den Wäschekorb, jedes in ein Handtuch gewickelt, Besteck in die Thermoskanne, die Töpfe in den Putzeimer. Kalle packte das Werkzeug in die Reisetasche und die Gewürze in einen Schuhkarton. Gegen zwei Uhr nachts fanden sie in der Küche den Gefrierbeutel mit den Resten der Tiefkühltruhe und wussten nicht mehr, ob sie lachen oder weinen sollten. Um vier legte sich Kalle auf den Boden zwischen die Kartons und sagte, er mache nur kurz die Augen zu.
Um acht klingelte es. Der Chef stand im Flur, hinter ihm zwei Kollegen und draußen der Wagen. Resi öffnete die Tür, die Haare in alle Richtungen, und sagte: „Guten Tag, kommen Sie rein, nein, raus, ich meine, die Küche ist links.“ Kalle stand neben ihr, im Pullover auf links, und hielt dem Chef eine Gabel zur Begrüßung hin.
Der Chef sah auf die Kartonwand. Dann auf Koffer, Wäschekorb, Eimer, Thermoskanne.
„Haben Sie die ganze Nacht gepackt?“
„Nicht ganz“, sagte Kalle. „Vier Stunden Pause.“
„Das hör ich oft“, sagte der Chef ruhig. „Eimer und Körbe stapeln sich schlecht, das dauert beim Beladen etwas länger.“
„Das ist mir egal“, sagte Resi. „Hauptsache, es fährt.“
Es fuhr. Die Jungs trugen Koffer und Körbe, schichteten sie so, dass nichts verrutschte, und schrieben mit dickem Stift an die Eimer, wohin sie sollten. Im Wagen wurde jeder Zentimeter genutzt.
Am Abend saßen Kalle und Resi in der neuen Wohnung zwischen Kartons, Koffern und einem Putzeimer, auf dem „Töpfe, Küche“ stand. Auf dem Wäschekorb lag ein Zettel „Vorsicht Gläser“, nicht von ihnen.
„Resi?“
„Hm.“
„Ich hab die Wette gewonnen. Die zehn waren nötig.“
Sie sah ihn lange an. „Karlheinz.“
„Ich spül trotzdem die erste Woche“, beeilte sich Kalle zu erwidern.
„Dann fang an“, sagte Resi und lehnte den Kopf an seine Schulter. Sie war schon halb eingeschlafen. „Die Teller sind im Koffer.“
Was wir daraus lernen können, wenn wir wollen, mit Tipps zur Kartonzahl
Der Berater hatte die Zahl schon bei der Besichtigung genannt, nur geglaubt hat sie keiner. Wer sich verschätzt, merkt es erst am Abend vor dem Umzug, wenn kein Laden mehr offen hat. Gegen solche Nächte hilft Folgendes.
- Rechnen Sie mindestens einen Karton pro Quadratmeter Wohnfläche, dazu Keller, Speicher und Garage. Die Zahl, die wir Ihnen bei der kostenlosen Besichtigung nennen, hilft Ihnen zusätzlich.
- Fangen Sie früh an und packen Sie die Küche zuerst. Zerbrechliches braucht länger, mehr dazu in unseren Packtipps.
- Befüllen Sie die Kartons gleichmäßig, Schweres in kleine und Leichtes in große. Auch Sie müssen die Dinger später bewegen.
- Nehmen Sie am besten immer dieselbe Kartongröße. Gleiche Kartons lassen sich im Wagen und in der Wohnung besser stapeln.
- Wenn die Zeit knapp wird, buchen Sie unseren Einpackservice. Sprechen Sie uns bei der Besichtigung darauf an.
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